Author Archives: Meinolf Schwefer

Soester Abiturientinnen starten Malausstellung, um Kindern in Nepal zu helfen

Plakat zur Ausstellung

1. Future Art Ausstellung

Dank dem Engagement von Franca Brockmann ( Soest )  und Lena Dahlhoff ( Elfsen ) wird am 22. Mai 2012 um 18:00 Uhr im Kulturhaus „Alter Schlachthof“ in Soest die 1. Future Art Verkaufsausstellung eröffnet. Trotz ihrer derzeitigen Abitur-Vorbereitungen ist es den beiden jungen Frauen gelungen, zusammen mit einigen Freundinnen von der Hannah-Arendt-Gesamtschule, dem Aldegrever-Gymnasium und dem Conrad-von-Soest Gymnasium eine höchst interessante Ausstellung von 26 Kunstwerken zusammenzustellen. Auch die Kunstlehrer der drei Schulen haben dieses Projekt nachhaltig unterstützt.

Vom Verkaufserlös der Bilder gehen 20 % an die Jürgen Wahn Stiftung, die den Neubau einer Schule in Devighat/Nepal unterstützt. Bisher gehen die 120 Kinder in diesem kleinen nepalesischen Bergdorf in ein ganz vernachlässigtes Gebäude, das nach den heftigen und stundenlangen Monsunregen regelmäßig unter Wasser steht. Die Lernbedingungen sollen nachhaltig verbessert werden, damit die Jungen und Mädchen im Alter zwischen 6 und 16 Jahren akzeptable Voraussetzungen für eine bessere Zukunft erhalten.

Die Ausstellung dauert vom 22. Mai bis 25. Juni 2012 im Kulturhaus „Alter Schlachthof“.

Ulpan – Ausbildung der Gesundheitsberater

Projektbericht von Dr. Christian Aponte zur Ausbildung der Gesundheitsberater und zur Gesundheitssituation im Ulpán-Tal:

Hier die Zusammenfassung in deutscher Sprache:

„Vom 3. – 5. Mai haben wir die Ausbildung der zukünftigen Gesundheitsberater fortgesetzt. Nachdem der aus Kuba stammende Arzt eine weitere Ausbildung an der Universität in Guatemala-City begonnen hat, sind jetzt die Krankenschwester Phyllis Groff und der bereits an anderer Stelle ausgebildete Gesundheitsberater Julio Tzul  zuständig. Der große Vorteil ist, dass beide die Maya-Sprache der Q’eqchi’ sprechen und damit direkt mit den angehenden Gesundheitsberatern sprechen können. Die sind darüber sehr glücklich und erfahren eine besondere Motivation. Beide sind auf dem Foto Nr. …2102.  Der kubanische Arzt spricht Spanisch und benötigte immer einen Dolmetscher.

Phyllis hat auch zwei Bücher und Schautafeln mitgebracht, die von einer mennonitischen Stiftung für die Ausbildung von angehenden Gesundheitsberatern erstellt worden sind. Diese können sie bei ihrer zukünftigen Arbeit mit den Bevölkerung vor Ort als Anschauungsmaterial einsetzen. Diese mennonitische Stiftung wird in Zukunft auch preiswerte Medikamente zur Verfügung stellen, die bei der Arbeit im Ulpán-Tal eingesetzt werden können.

Anfang Mai ist übrigens mit tatkräftiger Unterstützung der angehenden Gesundheitsberater eine Untersuchung über die Ernährungslage der Kinder im Ulpán-Tal gemacht worden. Hierzu sind einige Fotos beigefügt.

Ergebnis der Untersuchung von 571 Kinder:

  • 357 Kinder ( = 63 % ) haben Wachstumsmängel
  • Kinder mit geringen Ernährungsdefiziten: 8
  • Kinder mit erheblichen Ernährungsmängeln: 5

Wir müssen also dringend bei der Ernährung der Kinder Hilfe leisten und ihnen entsprechende Mineralien zukommen lassen, damit sich ihr Immunsystem verbessert. Wir werden mit den angehenden Gesundheitsberatern gegen die Krankheitserreger bei den Kindern angehen  und die Mütter über eine entsprechende Gesundheitsvorsorge aufklären.“

Übersetzung: Klaus Schubert

Schulpatenschaft für Kinder in Sambia

Linda und Natalie vor Ort in Sambia

Nach ihrem Abitur 2007 absolvierten Linda Blienert aus Werl und Natalie Stiller aus Wickede ein freiwilliges soziales Praktikum in Kasama/ Sambia. Sie kümmerten sich um alleinerziehende Mütter und ihre Kinder und zeigten ihnen, wie sie mit wenigen Zutaten eine möglichst abwechslungsreiche Nahrung zubereiten können. Mit selbst gesammelten Spendengeldern konnten sie vielen Waisen- und verarmten Kindern Kleidung zur Verfügung stellen und grundlegende medizinische Hilfe leisten.

Bei ihrem zweiten Besuch im Sommer 2011 konnten sie sich von der Nachhaltigkeit ihrer bisherigen Hilfsleistungen überzeugen, aber sie stellten auch fest, dass  die Not noch viel größer geworden ist. Sie beschlossen, in Verbindung mit der Jürgen Wahn Stiftung das Projekt „Kindern Hoffnung schenken“ zu starten, um Kindern den  Besuch der Vorschule zu ermöglichen. Mehr hierzu unter

www.KindernHoffnungSchenken.de oder im Projektflyer

Hierfür suchen sie Paten und haben einen neuen Flyer hierzu erstellt. Helfen Sie Linda und Natalie bei ihrer lobenswerten Arbeit, die in enger Kooperation mit der Jürgen Wahn Stiftung erfolgt.

Teams der Allgäu Orient Rallye besuchen Projekt in Albanien

Auszug aus dem Rallye-Blog des Teams U-Turn:

… unsere Autos haben endlich Rallye-Patina!
In Albanien fuhren wir dann auf direktem Wege zum Kinderheim der Franziskaner Nonnen in Velipoje. Da dies nicht ausgeschildert war, fragten wir Einheimische nach dem Weg. Leider konnten uns diese den Weg mangels Sprachkenntnissen nicht erklären, waren aber so nett und fuhren kurzerhand vor uns her!
Im Kinderheim gab es dann Kaffee und Kuchen für uns. Zwei weitere Teams waren bereits dort und zwei weitere kamen noch während unseres Aufenthalts dazu. So verbrachten wir 1,5 Stunden am Kinderheim mit Geschenkübergabe, Kaffeetrinken und Erfahrungsaustausch mit den anderen Team. Die Kinder haben sich sehr gefreut und von Schwester Juditha gab es ein großes Dankeschön an alle Spender. Dieses Dankeschön geben wir hiermit an alle weiter die uns unterstützt haben!!! VIELEN DANK! …..

Weitere Besucherteams waren (vermutlich) Team 88 The Transporters, Team 58 Action Brew Crew, Team 39 CaBa-Racingteam …

Vielen Dank an alle „Albanien“-Teams für die Unterstützung in einem Projekt, das auch durch die Jürgen Wahn Stiftung unterstützt wird.

Jungen und Mädchen in Togo lernen den Umgang mit Computern

Fünf gebrauchte aber noch funktionstüchtige PCs überreichte das Marien-Gymnasium Werl im April 2012, als Partner einer weiterführenden Schule in Togo, der Jürgen Wahn Stiftung.

Überprüfung der Computer

Zunächst wurden die PCs mit einem französischen Betriebssystem und mit französischsprachigen Programmen versehen, denn in Togo verständigt man sich in dieser Sprache. Mit Aufklebern ließen sich auch die Tastaturen auf das französische System umstellen. Danach wurde eine große Kiste gezimmert, um die Geräte und das erforderliche Begleitmaterial am 27. April in einem Container der „Aktion PIT“ (München) nach Lomé, der Hauptstadt von Togo, zu schicken.

Die Versandkiste wird verschraubt

Nach mehrwöchiger Schiffsreise nehmen unseren Freunde Jacques und Erika M’Bata die Transportkiste in Empfang und bringen sie mit einem Lastwagen 450 km weit in den Norden Togos in den Ort Animadé. Hier werden die PCs in einem schon vorbereiteten Raum aufgestellt. Die noch fehlenden Bildschirme sollen in Togo mit Spendengeldern aus Soest angeschafft werden. Da die Stromversorgung in Togo recht unsicher ist, ist auch ein Gerät zur unterbrechungsfreien Stromversorgung zu installieren. Der Aufwand ist also enorm, doch das Ergebnis wird ihn rechtfertigen.

Marissouwa Kaka, eine junge Frau aus Animadé, beherrscht den Umgang mit Computern. Sie wird Informatikkurse einrichten und ihre Kenntnisse an Mädchen und Jungen dreier Schulen weitergeben. So machen die jungen Leute unter fachkundiger Leitung mit der Welt der Informationsverarbeitung Bekanntschaft. Sicherlich werden auch einige Erwachsene diese Möglichkeit nutzen, vor allem aber die Lehrer, die zurzeit selbst noch keine Kenntnisse in der Informationsverarbeitung am PC besitzen.

Wenn dann zukünftig auch das Internet für den Kontakt mit der weiten Welt bereitsteht, beginnt für die Menschen in Animadé und Umgebung das Informationszeitalter erst so richtig. Das bedeutet schließlich auch einen Vorteil für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jürgen Wahn Stiftung, denn so können Informationen zwischen den Kontaktpersonen in Animadé und der Stiftung viel schneller übertragen werden, als es jetzt möglich ist. Für das Patenschaftsprojekt und für die anderen Projekte vor Ort versprechen wir uns davon großen Nutzen.

Projektbesuch im Februar 2012

Übersetzung durch Daniela Snow

Ein Bericht über unseren Devighat Besuch im Februar 2012

Hintergrund

Unser erster Besuch im Devighat Child Club in Nuwakot liegt noch nicht lange zurück. Wie hatten 3 riesige Kartons voller „Überraschungen“, wie wir sie nennen wollen, bekommen. Sie waren alle gut gefüllt mit Warmherzigkeit und Fürsorge  für die Kinder in Devighat. Außerdem waren sie voller Motivation. Diese wurde an die rechtmäßigen Empfänger während unseres letzten Besuches weitergegeben. Dieses Mal sind nur wir beiden, Mr. Ramesh Chitrakar und Ms. Situ Chitrakar, nach Devighat gefahren. Wir haben Materialien für den Ausbau des neuen Toilettengebäudes mitgebracht, die das ganze Auto ausgefüllt haben. Um ungefähr 8 Uhr morgens sind wir, nachdem wir alles ins Auto geladen hatten, in Kathmandu losgefahren.

Es war ein kalter, regnerischer und wolkiger Tag, aber wir sind dennoch bereits um 10 Uhr morgens in Devighat angekommen. Die Lehrer und Schüler haben uns beim Ausladen geholfen. Wir waren sehr erfreut, das fertiggestellte Devighat Child Club Gebäude zu sehen. Das untere Geschoss war bereits bei unserem Besuch im Januar fertig und jetzt ist auch das Obergeschoss fertig mit Fenstern, Türen, Wand- und Geländerfarbe.

Vereinsaktivitäten

Wir haben folgende Neuerungen über die Vereinsaktivitäten während unseres Besuches beobachtet:

  1. 1.      Die Sport- und Büchereimaterialien sind kontinuierlich genutzt worden.
  2. 2.      Die beliebtesten Sportarten der Kinder scheinen Cricket, Fußball und Volleyball zu sein.
  3. 3.      Der Geist der Mitglieder ist mit der Zeit gewachsen. Sie haben an Reife gewonnen, Entscheidungen zu treffen und mit den anderen in den Aktivitäten zusammen zu arbeiten.
  4. 4.      Das regelmäßige Fußballtraining  findet täglich nach 4 Uhr nachmittags statt, aber leider konnten wir sie an unserem Besuchstag aufgrund des heftigen Regens nicht spielen sehen. Die Spieler waren sehr glücklich, die Sportsachen entgegenzunehmen und bedankten sich bei der Jürgen Wahn Stiftung für die Großzügigkeit.

Materialausgabe

Nachdem wir uns über die Neuigkeiten der Vereinsaktivitäten informiert hatten, haben wir mit der Ausgabe der Geschenke aus Deutschland begonnen.

4 Jacken haben wir folgenden Leuten als Belohnung für ihre kontinuierlichen Bemühungen an der Entwicklung des Vereins und der Gemeinde gegeben:

  1. 1.      Devighat Child Club’s derzeitiger Präsident, Mr. Suresh Chitrakar
  2. 2.      Ein aktives Mitglied des Devighat Child Clubs, Mr. Surendra
  3. 3.      Ein weiteres aktives Mitglied des Devighat Child Clubs, Mr. Nabin
  4. 4.      Eine Stipendiatin, Ms. Sangina

Turn- und Fußballschuhe sowie Sportstutzen haben wir während unseres Aufenthalts an folgende Leute ausgegeben:

  1. 1.      Vorstandsmitglieder des Devighat Child Clubs
  2. 2.       An den Schuldirektor, Shree Shahid Jagat Prakash Jung Shah Secondary School, Herr Hem Nidhi Nepal
  3. 3.      An den Stellvertretenden Schuldirektor
  4. 4.      An Mitarbeiter der Schule, die von Anfang an mit den Club Aktivitäten geholfen haben
  5. 5.      Einige aktive Mitglieder des Clubs selbst

Die übrigen Sachen, wie Schuhe und Socken, sind im Clubraum geblieben, um sie in der Zukunft zu verteilen.

Ein Set Fußballtrikots von Werder Bremen, das aus Deutschland geschickt worden ist, wurde mit den Fußballstutzen, 3 Fußbällen und 2 Crickethelmen dem Club überreicht.

Da hier derzeit Winter herrscht, konnten wir die T-shirts von Frau Nölle nicht verteilen, um Fotos damit zu schießen. Daher werden wir dies bei unserem Besuch im Sommer, wenn es wärmer wird, tun und ein Foto schicken.

Treffen mit der Schule und der Schulleitung

Wir haben erneut das Management des Vereinsgebäudes mit der Schulleitung und den Lehrern besprochen.

Hauptsächlich die folgenden Punkte wurden während des Gesprächs erörtert:

  1. 1.      Die Anzahl der Klassenräume, die die Schule tatsächlich für alle Klassen benötigt, beläuft sich auf 17.
  2. 2.      Die Anzahl der Räume, die die Schule derzeit zur Verfügung hat, beträgt 11.
  3. 3.      Das bedeutet, dass die Schule derzeit zusätzliche Räume benötigt.

(Aktuell werden 8 Räume der Schule und 3 Räume des Clubs für eine Gesamtzahl von 10 Klassen und einem Lehrerzimmer mit dem Büro des Schuldirektors, das durch einige Bretter abgetrennt ist, genutzt. Es wäre eine Erleichterung, wenn im Moment zunächst 6 Räume in der 1. Phase gebaut werden können. Ein Bereich zwischen der derzeitigen Baustelle der Toiletten und des Devighat Child Clubs könnte für das neue Gebäude ins Auge gefasst werden.)

  1. 4.      Die Schulleitung der Schule hat Spender für das neue Gebäude bereits seit einer geraumen Zeit gesucht, aber die Suche war bislang leider weder bei privaten Leuten noch bei staatlichen Institutionen erfolgreich.
  2. 5.      Hier in Kathmandu hatten wir die Rotarier und andere Organisationen angesprochen, aber bislang haben wir keine positive Resonanz erhalten.
  3. 6.      Die Schule befindet sich in einer Situation, in der sie nur 15-20% der gesamten Baukosten finanzieren kann.

Neue Informationen zum Sportplatz

Der Child Club hat bereits einige Ingenieure bezüglich der Überarbeitung des Sportplatzes angesprochen.

Es scheint, dass die Mitwirkung der Einheimischen erforderlich ist. Die Unterstützung der Jürgen Wahn Stiftung wurde sehr gewürdigt. Die Hilfe und Anfangsidee der JWS wurde in der Tat von uns allen hier in Nepal begrüßt.

Neue Informationen zum Bau der Toiletten

Der Bau der Wände des Toilettenhauses  befindet sich in gutem Fortschritt. Der Abwassertank und Sickergrube sind im vorderen Bereich des Toilettenhauses konstruiert worden.

Zwei Wasserbehälter und ein Podest zum Aufstellen der Wassertanks  wurden gekauft und installiert.

Neue Informationen zum Gebäude des Devighat Child Club

Die obere Etage des Devighat Child Clubs ist nun komplett fertiggestellt mit Farbe, Holzarbeiten und Elektroarbeiten.

 

 

 

Kinofilm Allgäu-Orient-Rallye auf DVD gegen 10 Euro Spende für Jürgen Wahn Stiftung erhältlich

Pressemitteilung der Allgäu-Orient-Rallye 2012 (Wilfried Gehr)

Oberstaufen/München/Bremen/Istanbul (wige) In drei Kinos in München, Erlangen und Bremen war bisher die Dokumentation (66 Minuten) des Teams „Monaco-Buam“ über die Allgäu-Orient-Rallye zu sehen und wurde mit großem Erfolg vom Publikum angenommen.

Leider wird es der Film nicht bundesweit in die Kinos schaffen und so entschied sich der Filmemacher Alexander Kodisch dazu, den Film mit ein paar Extras auf DVD zu brennen und ausschließlich für eine Spende an unsere Partner-Hilfsorganisation, die Jürgen Wahn Stiftung e.V., abzugeben.

Auch den Erlös der Kinoaufführungen im hohen vierstelligen Bereich hat der Filmemacher der Stiftung „bei der nach unseren Feststellungen jeder Cent bei den Bedürftigen ankommt“, zukommen lassen.

Als Vorgeschmack auf den wirklich fantastischen Film gibt es auf der Homepage www.monaco-buam.de auf der Startseite den Trailer zu sehen.

Wer die DVD will kann sie ganz unkompliziert bekommen. Bitte einfach auf das Konto der Jürgen Wahn Stiftung e.V. Konto Nr. 222 02 bei der Sparkasse Soest (Blz 414 500 75) einen Betrag von mindestens 10,- Euro mit dem Kennwort „Monaco-Buam“ überweisen und gleichzeitig eine Email an

alexander.kodisch@googlemail.com mit der Adresse schreiben.

Plakat der DVD

Eine Stimme dazu:

„Kaum dass der Briefträger heut die DVD gebracht hat, war sie auch schon im Player und ich habe gebannt jede Minute genossen. Hut ab und Gratulation, dass du Alexander, so einen schönen Film von der Rallye gemacht hast.“ – René aus Lechbruck

Jahresbericht 2011 aus Argentinien

Ezeiza, Dezember 2011

Liebe Freunde der JWS,

wir erwähnten schon in vorigen Berichten, dass uns das Jahr 2011 mit vielen Herausforderungen und einer sehr schwierigen wirtschaftlichen Lage begegnen wuerde. Diese Tatsache bestätigte sich insofern, dass wir vorerst keine finanzielle Unterstützung vom Staat erhalten haben und somit keine Sozialarbeiterin, bzw. keinen Koordinator oder Workshopleiter und Lehrer einstellen konnten.

Das gesamte Jahr über war unsere Arbeit sehr begrenzt und nicht immer einfach. Dementsprechend gab es folgende Aktivitäten mit zuständigen freiwilligen Helfern und Mitarbeitern:

– Den Kindergarten, der von den  Erzieherinnen Miriam und Silvia geleitet wird

– Den Altkleiderverkauf mit den beiden Frauen aus dem Barrio (Viertel) Griselda und Blanca

– Die Feria am Nachmittag von der „Defensoria“ (die „Defensoria“ ist eine Frauengruppe, die sich fuer die Rechte der Frauen einsetzt) organisiert.

– Angebote fuer Kinder, die von unserer Freiwilligen Maria geleitet werden: zu einem das Armbänderknüpfen und freies Spielen in der Bibliothek, sowie seit kurzem einmal die Woche eine Mädchengruppe im Alter von ungefähr 9 bis 12 Jahren.

Der Kindergarten des Sembradors ist von montags bis freitags geöffnet. Für den Kindergarten können wir glücklicherweise mit staatlicher Hilfe rechnen, so dass die Arbeit auch für Freiwillige zur Tradition geworden ist.

Die Kinder bei der Ankunft

Jeden Nachmittag von 13.00-17.00Uhr kommen bis zu 30 Kinder im Alter von 4-6 Jahren, um gemeinsam zu singen, zu tanzen, zu spielen, zu basteln, zu malen, zu essen und u.a. die Buchstaben, Zahlen, sowie Verkehrsmittel- und schilder kennenzulernen.

Zudem gibt es immer wieder besondere Anlässe, wie z.B. das Frühlingsfest („Fiesta de la Primavera“), wofür wir dieses Jahr mit den Kindern Verkleidung gebastelt und im Park draußen ein Picknick mit Panchos (Hot Dogs) gemacht haben. Wir feiern mit den Kindern Geburtstag und studierten einen Tanz für das Abschlussfest ein, da die ältesten Kinder, nach den Sommerferien im März eingeschult werden.

Besonders geprägt ist der Kindergarten durch das viele Singen – es gibt Willkommens- und Abschiedslieder, Lieder, wenn die Kinder aufräumen müssen, wenn sie spielen dürfen oder es merienda gibt (merienda ist hier das Essen am Nachmittag, was meistens aus süßen Keksen und Saft besteht).

Im Kindergarten

Außerdem sind viele Dinge im Vergleich zu deutschen Kindergärten recht anders. Zum Beispiel wird hier die argentinische Flagge gehisst und die Kinder tragen alle Uniform.

Zur Begrüßung und Verabschiedung bekommen alle Kinder einen dicken Schmatzer von den beiden Erzieherinnen auf die Backe und es gibt recht strenge Erziehungsmaßnahmen. Wer beispielsweise die Regeln nicht einhält wird für eine Weile vom Spielen ausgeschlossen und muss in die Ecke stehen. Man darf hier jedoch nicht vergessen, dass die Kinder teilweise aus schwierigen Familiensituationen und ärmlichen Verhältnissen kommen und deswegen etwas strenger mit ihnen gehandhabt werden muss.

Manche Kinder sind beim Essen und Spielen oft besitzergreifend, egoistisch und aggressiv und manche können gar nicht richtig spielen, weil sie keine Spielsachen zu Hause haben und es nie gelernt haben zu spielen. Stattdessen suchen sie sehr viel Körpernähe bei den Erzieherinnen und unserer Voluntärin, weil sie vermutlich nicht genügend Wertschätzung und Liebe zu Hause erfahren.

Besonders beschäftigen uns die beiden Zwillinge Brisa und Abril, die von den Eltern nur mit „melli“ (Zwilling) angesprochen werden und daher jeweils nicht wissen wie sie heißen und Schwierigkeiten mit ihrer Identitaet haben. So versuchen wir  den beiden beizubringen, wie sie wirklich heißen, so dass sie, obwohl sie gleich aussehen verstehen, dass jede von beiden ein anderer Mensch ist und ihre eigene Identität hat!

Kleiderkammer

Der Kleiderverkauf findet immer Dienstag und Donnerstag vormittags von 10.00-12.00 Uhr statt. Es wird gebrauchte Kleidung zu einem günstigen Preis für die Barriobewohner verkauft, womit sich die beiden Frauen aus dem Barrio, Griselda und Blanca selbst auch noch ein wenig Geld verdienen können.

Zum gleichen Zeitpunkt können Kinder kommen und die Bibliothek nutzen. Dort bietet unsere Voluntärin Armbänder zu knüpfen an und es kann gelesen, gemalt, gebastelt, gespielt oder die Computer genützt werden.

Die Frauen der Defensoria  veranstalten ihre Feria Dientsag und Donnertsag nachmittags,bei der es außer Kleidung auch noch Schmuck und Essen zu kaufen gibt.

Die Mädchengruppe findet immer einmal die Woche 2 Stunden am Freitag statt. Die Gruppe besteht aus ungefähr sieben Mädchen, die die Möglichkeit haben die Angebote unserer Voluntärin, wie zu basteln, malen, zu singen, zu tanzen, spielen, zu backen und zu kochen wahrzunehmen.

Gemeinsam einen Obstsalat zuzubereiten oder Weihnachtsplätzchen zu backen macht den Mädels sehr viel Spaß und sie haben so die Gelegenheit etwas zu tun, was sie vielleicht zu Hause nicht machen können oder dürfen.

Für das Jahr 2011 wurden wir von der Jürgen Wahn Stiftung, verschiedenen Freunden des Sembradors unterstützt. Damit konnten wir die Kosten der Gebäudeinstandhaltung und der Arbeit im Kindergarten decken (Arbeitsmaterial und Lebesnmittel fuer die Kinder ). Dafür danken wir Ihnen sehr!

Zusätzlich erhalten wir vom Staat kontinuierlich die Gehälter für unsere beiden Erzieherinnen im Kindergarten.

Für weiterer Aktivitäten jedoch, bzw. für die Arbeit mit Frauen und Jugendlichen standen uns dieses Jahr die finanziellen Mittel nicht zur Verfügung. Wir warten daher darauf, dass wir mit der vom argentinischen Staat versicherten Unterstützung endlich rechnen können. Seit ueber drei Jahren kaempfen wir darum!

Mit diesen Geldern wollen wir 2012 eine Sozialarbeiterin einsetzen, die mit  Jugendlichen und Familien aus dem Barrio in Ezeiza arbeiten soll.

Geplant sind künstlerische Angebote, ein Musikworkshop, Nachhilfe, sowie Orientierung und Zusammensein der Jugendlichen. Vorgesehen sind diese Angebote für die Samstage.

In diesem Sinne möchten wir uns nochmal ganz herzlich für ihre Unterstützung bedanken und sind gespannt was wir nächstes Jahr berichten können!

Sonnige Grüße von der Gemeinschaft El Sembrador in Ezeiza

Cristina Kilian

Dank aus Argentinien

Nicolás Rosenthal schreibt aus der Kindertagesstätte „El Sembrador“:

Sehr geehrter Herr Schubert,

herzliche Grüsse aus unserem sehr heissen (33º C) Sommer! Gerne würden wir Ihnen mehrere Grad Temperatur nach Europa per Mail senden, um einen besseren Ausgleich zwischen Nord und Süd zu schaffen! ….

… Wir möchten uns für die ständige Unterstützung durch die Jürgen Wahn Stiftung in der wichtigen Arbeit beim „El Sembrador“ ganz ausdrücklich bedanken. In einer Zeit wo viele sich von den Schlagzeilen irre führen lassen und denken dass es in Argentinien keine Armut mehr gibt, ist es nicht leicht die Wahrheit einer 25% strukturellen Armut mitzuteilen und solidarische Spenden für diakonische Initiativen zu sammeln. Dass aber die Stiftung alle diese Jahre Ezeiza nicht in Stich gelassen hat ist ein wichtiger Zeichen, das uns Mut gibt und auch die Sicherheit, dass wir nicht alleine arbeiten. ….

Mit Segenswünsche,

Nicolás Rosenthal
Leiter der Diakonieabteilung
Iglesia Evangélica del Río de la Plata

Erntezeit

Die Garten-Kooperative versorgt 60 Schulkinder in Animadé mit frischem Gemüse

Bei unseren Besuchen in Animadé (Togo) stellten wir 2009 mit Erstaunen fest, dass die Bewohner des Dorfes auf ihren Feldern zwar Mais und Hirse anbauen und daneben auch Jamswurzeln heranziehen, doch Hausgärten konnten wir nirgends entdecken. Gemüse und Gewürze kauften sie auf dem 5 km entfernten Markt in der Ortschaft Défalé.

Es gab jedoch in Animadé einen 0,5 ha großen eingezäunten Garten, den man 2006 eingerichtet hatte, um das Heilkraut Artemisia annua animed anzubauen. Nachdem dieser Versuch misslungen war, lag der Garten brach. Das brachte uns auf die Idee, hier einen Gemüsegarten einzurichten und Obstbäume zu pflanzen. 2010 gründete sich unter der Leitung eines Gärtners die Kooperative „Les Serviteurs“, um dieses Ziel umzusetzen. Noch im selben Jahr sahen wir erste Ergebnisse, die zu berechtigten Hoffungen Anlass gaben. Leider fanden wir aber im Jahr darauf die Gartenanlage in völlig verwahrlosten Zustand vor. Offenbar hatte sich die Kooperative nicht dauerhaft organisieren können.

Nach ernsthaften Gesprächen wurde mit dem Gärtner und den Mitgliedern der Kooperative ein Neuanfang beschlossen. Noch während unseres dreiwöchigen Aufenthalts sahen wir, dass mit der Renovierung der Beete und mit ersten Bepflanzungen begonnen wurde, wahrscheinlich aufgrund des Hinweises, die Abnahme der Produkte für die Schulspeisung durch die Jürgen Wahn Stiftung zu finanzieren.

Nun zeigen Fotos dass die Kooperative weiterhin aktiv ist und reichlich nahrhafte Produkte erzeugt. Über 60 Schulkinder bekommen jetzt fünfmal in der Woche ein Mittagessen mit frischem Gemüse und wohlschmeckenden Gewürzen. Was dann noch übrig bleibt, wird auf dem Markt angeboten oder an Dorfbewohner verkauft. Eine kontrollierte Kassenführung sorgt für die Verwaltung der Einnahmen, von denen neue Samen, Pflänzlinge und Geräte angeschafft werden. Bei ihrem wöchentlichen Arbeitseinsatz führt der Gärtner die Schulkinder des Dorfes in die Grundlagen der Gartenarbeit ein. Wir erwarten, dass die Kinder später ihre Eltern dazu bringen, eigene Hausgärten anzulegen.

Das Patenschaftsprogramm der Jürgen Wahn Stiftung fördert sowohl das Gartenbauprojekt als auch die Schulspeisung in Animadé nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“.