Category Archives: Projekte

Vorschulkinder erhalten eigene Betreuung

Das kennen wir auch aus der Heimat: Kinder stören den Unterricht, wenn sie überfordert sind. In Animadé und Worodé in Togo war das der Fall, weil viele Kinder im Vorschulalter aus Ernährungsgründen viel zu früh in die Schule geschickt wurden. Mit zwei eigenen Vorschulgruppen ist diese Zeit jetzt vorbei.

Jeweils 20 Kinder werden nun von einer eigenen Erzieherin betreut und erhalten ebenso wie die älteren Schulkinder eine warme Mahlzeit täglich. Das ist natürlich viel „cooler“, mit den Gleichaltrigen spielerisch zu lernen, als gelangweilt Lesen oder Rechnen zu pauken. „Es kommt also jüngeren und älteren Kindern gleichsam zugute, dass beide Altersklassen nun getrennt sind“, freut sich Togo-Koordinator Klaus Dehnert über diese gute Lösung.

Während die Gruppe in Worodé in der dortigen Schulkantine vorerst eine Bleibe gefunden hat, mussten die Kinder in Animadé in den ersten Monaten ohne eigene Räume auskommen und im Freien unter Schatten spendenden Bäumen lernen. Aber nun ist dort Abhilfe in Sicht, denn mit Beginn der in Togo 3monatigen Sommerferien haben die Arbeiten zum Umbau eines Raumes in einem alten Schulgebäude begonnen, in der zum neuen Schuljahr die Vorschule eingerichtet wird.

Der Umbau der Schule zur Vorschulklasse hat begonnen.

Carmen Barrios kommt am 27. August nach Soest

Die engagierte Leiterin der guatemaltekischen Organisation ADECI berichtet um 19 Uhr im Petrus-Haus am Petrikirchplatz über die erfolgreiche Arbeit, die sie gemeinsam mit ihrem Team in der Tagesstätte La Carolingia leistet.

Das gleichnamige Viertel der Großstadt Mixco, die zum Ballungsraum der Hauptstadt im zentralen Hochland Guatemalas gehört, ist ein sozialer Brennpunkt mit einem hohen Gewaltpotenzial. Rund 150 Kinder meist mit Lernschwierigkeiten und sozialen Problemen werden hier in direkter Nachbarschaft zu einer Grundschule betreut, erhalten Nachhilfe, täglich eine warme Mahlzeit und können an wechselnden Freizeitaktivitäten teilnehmen. Sie werden damit davon abgehalten, sich rivalisierenden Straßenkinder-Banden anzuschließen, den sogenannten Maras. Die Kita ist dabei ein geschützter Raum, in dem den Kindern Werte wie Respekt und Fürsorge und soziale Zuneigung vermittelt werden, die im familiären Umfeld und im öffentlichen Raum häufig fehlen.

Carmen Barrios kommt anlässlich eines Besuchs bei ihrer aus Soest stammenden Freundin Caroline Sasse in die Börde. Sie wird dabei auch Planungen für einen Ausbau der Betreuungskapazitäten vorstellen, die wir gerne unterstützen möchten. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Carmen Barrios in ihrem Element in La Carolingia

Neubau der 4. Schule in Nepal geht auf die Zielgerade.

Wer aus der Ferne auf das Dorf Belkot im nepalesischen Bezirk Nuwakot zuläuft, dem dürften gleich die auf einem Hügel stehenden neuen Schulgebäude mit ihren roten Ziegelsteinen ins Auge stechen. Das zeigen die aktuellen Fotos, die Situ und Ramesh Chitrakar vom jüngsten Besuch auf der Baustelle schickten.

Die 2 neuen Gebäude mit insgesamt 8 Räumen, darunter Labor und Computerraum, sind mit Wand-Paneelen und Isolierdecken gegen die Hitze ausgestattet, was für die örtlichen Verhältnisse außergewöhnlich ist. Jetzt muss als Schutz gegen die fortschreitende Bodenerosion infolge des Monsunregens eine Mauer errichtet werden. Im Inneren fehlen nun noch Tische, Stühle und Whiteboards, die schon bestellt, aber noch nicht ausgeliefert sind. Wenn dann auch noch die Außenanlagen hergerichtet sind, kann es losgehen mit dem von den Schülern langerwarteten Unterricht in den neuen Gebäuden.

Die neue Schule in Belkot ist nach Devighat, wo eine Grund- und eine Sekundarschule entstanden sind, und Duipipal die 4. Schule, die die Jürgen Wahn Stiftung finanziert hat. Erneut ist das Schmallenberger Bauunternehmen Feldhaus maßgeblich an der Finanzierung beteiligt.

Als 2018 vom Vorstand der Beschluss gefasst wurde, weitere zur Verfügung stehende Hilfsgelder für den Aufbau einer neuen Schule zu verwenden, schlug Ramesh Chitrakar den Neubau als Ersatz für die desolate „Niranjana Higher Secondary School“ in Belkot vor. Dieser Ort liegt etwa 15 km von Devighat entfernt. Die höhere Sekundarschule (vergleichbar dem Gymnasium) umfasst ca. 600 Schüler in 21 Klassen und ist die einzige dieses Schul-Zweiges in der Region mit rund 20.000 Einwohnern. Die Bevölkerung in Belkot setzt sich überwiegend aus der Kaste der Brahmanen (60 %) und zu einem kleineren Teil aus tibetstämmigen Gurung zusammen, die meist als Bauern ihren Lebensunterhalt verdienen.

Mindestens genauso wie die Schüler fiebern nun 1. Vorsitzender Klaus Schubert und 2. Vorsitzender Meinolf Schwefer der offiziellen Eröffnung entgegen, zu der sie eigens im Oktober nach Nepal reisen werden, natürlich auf eigene Kosten. Dann haben die Jungen und Mädchen allerdings schon die neuen Räume bezogen und die ersten Wochen gebüffelt. Schließlich soll mit dem Schuljahresbeginn pünktlich gestartet und nicht auf den Besuch aus Deutschland gewartet werden. „Soft opening“ nennt man das wohl auch in Nepal, wo Englisch weit verbreitet ist.

Die Außenanlagen werden bis zum Schulbeginn fertiggestellt sein

Bildung, Werte und Bewegung an Mexikos Pazifik-Küste

In einem halben Jahr Bauzeit ist im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca eine „Oase“ entstanden. Wer jetzt an schattenspendende Palmen, plätschernde Quellbäche und seichte Gitarrenmusik denkt, der liegt grundlegend falsch. Denn die „Oasis del Pacífico“ ist zwar von Palmen umgeben, hat ansonsten aber wenig mit Muße zu tun.

Von Zumba- und Yogakursen über Mal-, Schreib- und Nähwerkstätten bis hin zu Sprachunterricht und Umweltbildung reicht die Bandbreite der Aktivitäten unter dem Palmendach des neuen Familienbildungszentrums in der Bucht von Colotepec. Dr. Anja Widmann, die in ihrer neuen Wahl-Heimat als Kinderärztin praktiziert, hat hier u.a. mit Hilfe der Jürgen Wahn Stiftung einen multifunktionalen Raum geschaffen. Vielleicht wäre sogar der Begriff der räumlich offenen Aktionsfläche besser, denn in Mexikos warmem Süden sind Wände, Türen und Fenster überflüssig.

Seit dem Start am 01.05. ist der Terminkalender prall gefüllt mit Angeboten, die von Kindern, Familien und Jugendlichen begeistert in Anspruch genommen werden. „Die Ideengeber, die Kursleiter und natürlich auch die Teilnehmer kommen alle aus Santa María de Colotepec und der Umgebung“, erläutert Mexiko-Koordinator Norbert Röttger. Das erinnert ihn stark an das Modell unserer deutschen Volkshochschulen. Besonders wichtig ist für die Jürgen Wahn Stiftung die Umweltbildung mit einer stärkeren Sensibilisierung für eine Schonung natürlicher Ressourcen. Dies ist in vielen lateinamerikanischen Ländern wenig ausgeprägt. In einem Recycling-Workshop befassten sich die Teilnehmer daher mit der Trennung und Wiederverwertung von Reststoffen und der Reparatur von Kleidungsstücken.

Malkurse sind ein wichtiger Programmteil in der Oasis

Die Saat des argentinischen Sämanns geht auch künftig auf

Foto: Nicolás Rosenthal und Klaus Schubert vor einem Soester Wahrzeichen

Auch in Zukunft wird die langjährige Zusammenarbeit der evangelischen Kirche am Río de la Plata mit der JWS an der Kindertagesstätte „El Sembrador“ (Der Sämann) fortgesetzt. Das verabredeten Nicolas Rosenthal, Direktor der kirchlichen Stiftung „Hora de Obrar“, und der Vorsitzende der Jürgen Wahn Stiftung, Klaus Schubert. Rosenthal war aus Anlass des evangelischen Kirchentages in Dortmund Ende Juni zu einem Kurzbesuch nach Soest gekommen. Die Einrichtung in Ezeiza, einem Armenviertel der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, wurde 1992 mit unserer Hilfe errichtet und jüngst renoviert. Hier erhalten Kinder und Familien, darunter viele bedürftige Indígenas aus den benachbarten Andenländern, eine sozialpädagogische Betreuung, Nachhilfe und medizinische Fürsorge. Nicolás Rosenthal berichtete über die Weiterentwicklung der Projektarbeiten in Ezeiza und dankte der JWS für die regelmäßige finanzielle Unterstützung. Klaus Schubert sicherte dem argentinischen Partner weitere Hilfe in der Zukunft zu.

Besuch der Jürgen-Wahn-Stiftung beim Aldegrevergymnasium Soest

Klaus Schubert, Vorsitzender der Jürgen-Wahn-Stiftung Soest, referierte jetzt am Aldegrevergymnasium Soest über die Projekte der Stiftung im Allgemeinen und in Sonderheit über die Projekte in Guatemala. Dabei stellte er besonders das Projekt der Casita Amarilla (Gelbes Haus) heraus. Hier werden Kinder, die auf der größten Mülldeponie Guatemala Citys als Müllsammler arbeiten müssen, psychologisch und pädagogisch betreut. Durch diese Unterstützung schaffen es die Kinder vielleicht aus dem Teufelskreis der Armut herauszukommen. Die Eine-Welt-AG und andere Gruppen, wie z.B. die Klasse 7b oder die Klasse 8a haben im letzten Jahr einiges getan, um das Projekt der “Casita Amarilla“  zu unterstützen. So wurden Aktionen wie Elternsprechtagcafes, Waffelverkaufsstände auf dem Schulhof, eine Weihnachtstombola, Pfandflaschensammlungen oder eine Tombola beim Schulfest 2018 durchgeführt. Dabei kam die stattliche Summe von 1000,00 € zusammen, die jetzt Herrn Schubert überreicht wurde.

Dieser versprach den engagierten Schülern und Schülerinnen, im nächsten Jahr wiederzukommen, um über den weiteren Fortgang der Projekte zu berichten.

Glückwünsche aus Togo

Sehr geehrter Freund Klaus, sehr geehrte Mitglieder und Freunde der „Jürgen Wahn Stiftung“,

es ist dreißig (30) Jahre her, dass die „Jürgen Wahn Stiftung“ gegründet wurde! Sicherlich fragten sich die Gründer, wie viele Jahre diese Organisation noch haben wird?

Heute feiern wir mit Freude den dreißigsten Jahrestag des Bestehens dieser humanitären Organisation. Wenn wir all die guten Taten betrachten, müssen wir bewundern, was für die Kinder getan wurden. Es ist einfach bewundernswert und schön. Wir sagen Danke vom Kindergarten bis zur Berufsausbildung, die jedem Kind die Möglichkeit gibt, sich durch seinen Fleiß zu entwickeln und nützlich zu machen. Niemand wird ausgelassen! Denjenigen, die eine Hochschulausbildung anstreben können, wird geholfen und auch denen, die nach der 9. oder 10. Klasse denken, dass sie sich durch einen Beruf, der ihren Fähigkeiten entspricht, ins Leben integrieren können. Ist das nicht wunderbar! Das ist für mich das, was ich „den Kampf gegen die Armut“ nennen würde!

Ihr gebt den Kindern auf der ganzen Welt eine Ausbildung, ihr bringt ihnen bei, sich selbstständig zu entwickeln. Danke! Auch für die Gesundheit der Kinder seid ihr tätig! Ihr gebt ihnen Trinkwasser! Wir stellen fest, dass die Stiftung in Kinder investiert und damit in die Zukunft einer besseren Welt. Was könnte schöner sein als das!

Animadè und seine Umgebung, die sich auf den Monts Défalé befinden, genießen wirklich die Vorteile der „Jürgen Wahn Stiftung“ und verbinden sich mit ihr, um das wohltuende Handeln für die Menschheit nach ihrem dreißigjährigen Bestehen fortzusetzen. Wir haben beobachtet, dass Eltern ihre Mädchen nicht mehr fürs Wasserholen einsetzen, damit sie zur Schule gehen können.

Das neue Vorschulprojekt motiviert die Kinder zum Schulbesuch, wo sie bereits lernen, gemeinsam zu spielen. Außerdem ist es für sie sehr wichtig, dass sie eine warme Mahlzeit am Tag bekommen, die ihnen ihre Eltern nicht immer geben können! Der Boden in und um Animadè ist nicht gut für die Landwirtschaft geeignet und Familien haben Schwierigkeiten, sich ein ganzes Jahr lang mit einer einzigen Ernte zu ernähren.

Was die Kosten für die Berufs- und Hochschulausbildung betrifft, so halten wir das Stipendienprogramm für eine sehr lobenswerte Initiative. Es ermöglicht jungen Menschen aus armen Verhältnissen den Zugang zu einer beruflichen und akademischen Ausbildung und ermöglicht es ihnen, sich für sich selbst selbst und für die Gesellschaft einzusetzen. Vielen Dank an die Stiftung und an alle Spenderinnen und Spender.

Mit allen begünstigten Gemeinschaften, die sehr dankbar für die Aktionen zu ihren Gunsten sind, danken wir gemeinsam der Stiftung und wünschen ihnen allen einen schönen Feiertag!

Möge jede Initiative, die in ein Projekt umgesetzt wird, leben!
Möge die „Jürgen Wahn Stiftung von Soest leben!

Frau und Herr M’BATA (Projektkoordinatoren in Togo)

Bürgerradio International: 30 Jahre Jürgen Wahn Stiftung

Am 5. Mai 2019 hat Radio Lippeland e.V. mit dem Programm „Bürgerradio International“ eine Sendung über die Arbeit der Jürgen Wahn Stiftung gebracht. Hierüber berichten Klaus Schubert, Thomas Frye und Alicia Guerrero Palma. Den Wortbeiträgen der Sendung können Sie in den nachfolgenden beiden Teilen gerne nachhören.

Teil 1

 

Teil 2

Eröffnung Centro Comunitario Familiar, Oasis del Pacifico

Projektbeschreibung auf Deutsch

Dr. Anja Widmann

Am 30. April, am „Tag des Kindes“ in Mexiko, wurde die Begegnungsstätte „Centro Comunitario Familiar“ von der Initiatorin Dr. Anja Widmann eingeweiht. Mehr als 220 Leute waren anwesend, als der Bürgermeister den anwesenden Kindern Geschenke überreichte. Die nachfolgenden Bilder von der Eröffnung zeigen auch die Freude der Kinder die das Familienzentrum glücklich in Besitz nahmen. Künftig wird nach einen Stundenplan dort die gewollte Gemeinschaft gefördert.