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Guatemala – Mikrokredite: Projektbericht

  1. Ziele des Mikrokredite-Projektes im Jahre 2012

    1. Unterstützung von 1.250 Personen ( in der Mehrzahl Frauen ) mit folgendem Profil: Personen, die keine Ersparnisse haben und von der Kreditgewährung durch Banken ausgeschlossen sind, die  in sehr ärmlichen Verhältnissen leben, die in Bereichen mit großer Gewalt leben, die keine Beschäftigung haben, nur über eine geringe oder gar keine Schulbildung verfügen, unverheiratete und/oder alleinerziehende Frauen sind, die häufig unter häuslicher Gewalt oder Misshandlung leiden.

  2. 2. Stärkung von persönlichen und  unternehmerischen Eigenschaften, die die Frauen in die Lage versetzen, zur Verbesserung der Lebensbedingungen ihrer Familien beizutragen und Fort- und Ausbildung in Fragen der persönlichen, familiären, organisatorischen und unternehmerischen Entwicklung

 Angestrebte Aktionen

  • – Förderung des Mikrokredite-Programms in neuen Stadtbereichen, Slum-Viertel, Siedlungen etc.
  • – Öffnung von neuen Gruppen der sog. Banken des Vertrauens . Dies sind gemeinsame, solidarische Gruppen von Kreditnehmern.
  • – Gewährung von Kleinkrediten an bis zu 1.250 Personen im Halbjahresrhythmus.  Es können pro Jahr zwei Kredite gewährt werden.
  • – Versammlungen für Rückzahlungstermine planen und vorbereiten.
  • – Anstellung eines neuen Beraters/ einer neuen Beraterin für die Kreditvergabe und -betreuung.
  • – Ausbildung von weiteren Beratern/Beraterinnen für die Vergabe, den Einsatz, die Rückzahlung der Kleinkredited
  • – Planung und Organisation von Fortbildungsveranstaltungen für die Kreditnehmer/innen im Bereich der persönlichen, familiären, organisatorischen und unternehmerischen Entwicklung
  • – Planung von Gemeinschaftsveranstaltungen, an denen Mikrokredite-Projekte laufen, um Fortbildungsseminare durchzuführen
  • – Beratungsangebote für bestehende und/oder neue Klein-Unternehmen, die mit Mikrokrediten finanziert werden
  • – 2 Besprechungen des Vorstands mit den jeweiligen Vorsitzenden der einzelnen Gruppen, den sog. Banken des Vertrauens.
  • – Besprechungen der Planungsgruppe

Finanzbericht für 2011

Im Januar 2011 hatten wir 484 Personen in 41 Gruppen “Banken des Vertrauens” in unserem Mikrokredite-Projet. In jedem Monat nahm die Zahl der Kreditnehmer/innen zu, da wir das Projekt sehr gefördert haben und da an verschiedenen Orten begünstigte Frauen und Männer von ihren Erfahrungen berichteten. Unser Ziel war es, mehr Personen diese Möglichkeit zu geben, einen Kredit zu erhalten, um Einnahmen zu erzielen und die finanzielle Situation ihrer Familien zu verbessern.

Übersicht der Verteilung von Kleinkrediten im Jahre 2011

Übersicht der Verteilung von Kleinkrediten im Jahre 2011

Ende 2011 hatten wir 811 Personen, die einen Kleinkredit erhalten hatten, 730 Frauen und 81 Männer, die in 69 Gruppen aufgeteilt sind. So haben wir z. B. In neuen Stadtbezirken wie im Barrio Gerona Kleinkredite genehmigen können. Im Barrio Gerona gibt es Fabrikhallen, die während des Tropensturms Mitch zur Unterbringung von Hilfsbedürftigen genutzt wurden. Später haben sich dort wohnungslose  Familien niedergelassen und wohnen jetzt dort. Weitere Bezirke sind unter anderen  in der Zona12 La Reformita, Zone 17 Canalitos und  Ciudad Quetzal. Diese Bezirke weisen eine besonders große Armut und eine hohe Gewalt auf. Sie haben dort keinerlei Möglichkeit, einen Kredit zu bekommen, so dass CAFNIMA dort eine große Nachfrage gefunden hat. Zur Zeit sind wir in 27 Bezirken am Stadtrand der Hauptstadt Guatemala-City vertreten.

Aus- und Fortbildungsveranstaltungen

Frauen: sie sind arm, alleinstehende Mütter, leiden unter Gewalt innerhalb der Familien, haben keine oder nur geringe Schulausbildung, Sie sind erfolgreiche Kleinunternehmerinnen geworden, die ihre Rückzahlungen regelmäßig und gewissenhaft erledigen.

Frauen nehmen am Programm PROPEVI  zur Prävention und Verhinderung von Gewalt innerhalb der Familien teil. Hierzu gehören Kurse zur Steigerung des Selbstbewusstseins, über Gewalt in Familien, Gleichberechtigung von Männern und Frauen, Erziehung mit Zuneigung, Misshandlung von Kiindern, Bedeutung und Lösung von Konflikten innerhalb von Familien.

Den Abschluss bildet ein gemeinsamer Nachmittag mit kulturellem Programm und die Übergabe der Zeugnisse an die Teilnehmerinnen.

 

Einige Beispiele, wie ein Kleinkredit das Leben einer Familie verändert hat.

Catalina Itzoy Chivalan

Catalina Itzoy Chivalan, 49 Jahre alt, früher sammelte sie Müll auf der Mülldeponie der Zone 3. Sie hat 5 Kinder, die auch auf der Mülldeponie gearbeitet und gesammelt haben und zum Lebensunterhalt der Familie beigetragen haben.  Vor drei Jahren hat Catalina einen Kleinkredit bekommen und damit einen kleinen Laden aufgemacht. Jetzt hat sie zwei kleine Läden. Einen führt sie selbst, den anderen macht ihr Mann. Seither braucht sie nicht mehr auf der Deponie Müll zu sammeln, da ihre beiden kleinen Läden  haben ihre finanzielle Situation wesentlich verbessert. Der jüngste Sohn ( 13 Jahre ) kann jetzt endlich zur Schule gehen, da Catalina für ihn Schulgeld, Kleidung und Lernmaterialien bezahlen kann. Der Junge muss jetzt auch nicht mehr auf der Mülldeponie arbeiten und kann weiter zur Schule gehen. Eine große Chance für ein besseres Leben!

Dalia Cristina Chávez

Dalia Cristina Chávez  ist 26 Jahre alt. Sie ist alleinerziehende Mutter von 5 Kündern. Sie hatte ein kleines Geschäft und verkaufte alle Arten von Nadeln. Vor zwei Jahren hat sie ihren ersten  Kleinkredit von CAFNIMA bekommen. Damit hat sie ihren kleinen Laden verbessern können und kann höhere Einnahmen verzeichnen. Jetzt hat sie sogar für ihre Waren einen Kühlschrank und eine Tiefkühltruhe, so dass sie Eis verkaufen kann,. Sie verkauft Sandalen und Kleidung. Und mit ihrem letzten Mirkokredite hat sie den Verkauf von Weihnachtsartikeln vorbereitet und erfolgreich durchführen können.

Kredite für Schulbildung

20 Frauen, die zu unserem Projekt gehören,  konnten einen Kleinkredit erhalten, damit eines ihrer Kinder im Schuljahr 2011/2012 weiter zur Schule gehen konnte. 18 Kinder haben den Abschluss mit besonders guten Noten erreicht.  Dieser Kredit wurde aus einem gemeinsam finanzierten Sozialfonds finanziert, zu dem alle Teilnehmer des Mikrokredite-Programms beitragen.

Berichte von Eva Morales, Koordinatorin des Mikrokredite-Programms und Direktorin des Projekts Casita Amarilla von CAFNIMA / Guatemala-City  und Jürgen Wahn Stiftung

Übersetzung durch Klaus Schubert

 

Ausbildung der Gesundheitsberater im Ulpán-Tal

Unser Freund und Guatemalabeauftragte Dr. Christian Aponte schickte uns einige Bilder von der Ausbildung der Gesundheitsberater im Ulpán-Tal. Ingesamt werden 33 Gesundheitsberater ausgebildet. Bisher wurden die folgenden Themenbereiche behandelt:

Im Juni 2012: Verdauungssystem, Fortpflanzung, Methoden der Familienplanung, Gewalt in Familien

Im Juli 2012: Fruchtbarkeit, Risiken während der Schwangerschaft, Vorbereitung der Geburt und Risiken bei der Geburt

Im August 2012: Erste-Hilfe-Maßnahmen, Geschlechtskrankheiten

Desweiteren wurde im August mit Hilfe der angehenden Gesundheitsberater eine weitere Untersuchung zum Ernährungsstatus der Kinder durchgeführt. Insgesamt wurden mehr als 430 Kinder und Jugendliche untersucht.

In den kommenden Wochen werden einige Gesundheitsberatungstage durchgeführt, um Wege zur Verringerung der Unterernährung zu vermitteln.

Hilfsaufruf

Im Jahr 2001 hat die Jürgen Wahn Stiftung in Salamiyah/Syrien eine Kindertagesstätte für behinderte Kinder und Jugendliche errichtet und deren Arbeit seither regelmäßig finanziell und durch die Entsendung von Praktikanten unterstützt. Nun kommt ein Hilferuf von unserer Syrien-Koordinatorin Dr. Abir Mohamad (der Anzeiger berichtete am 27. 6. 2012 anlässlich eines Besuches in Soest), die zur Zeit in Syrien ist.

Hier ihr Schreiben:

Liebe Freunde,

die erdrückende politische Krise, die seit 18 Monaten in Syrien herrscht, entwickelte sich zu einer kriegerischen Auseinandersetzung. Sie hat zu einer großen menschlichen Katastrophe geführt. Viele Familien aus unruhigen und zerstörten Städten wie Homs und Hamah und ihre Umgebung suchten die Zuflucht in mehr oder weniger ruhigen und sicheren Gebieten. Die Stadt Salamiyah mit ihren 120,000 Einwohnern, die von den Unruhen verschont blieb, hat einen großen Anteil der Flüchtlinge ( ca 100.000) aufgenommen. Die Bevölkerung von Salamiyah hat sich verpflichtet, diesen Familien zu helfen und ihnen Obdach zu geben. Es haben sich private Initiativen gebildet, um diese große menschliche Tragödie bewältigen zu können. Durch Spenden der örtlichen Bevölkerung und Spenden aus dem Ausland konnten sie die ersten Nöte dieser Menschen ein wenig lindern. Aber die Not ist riesengroß.

Mit dem Beginn des Schuljahres Mitte September sind zusätzliche Belastungen für die Organisatoren hinzugekommen. Die Schulkinder und vor allem die Erstklässler benötigen  Schreibmaterial, Bücher, Schulkleidung (in Syrien Pflicht) und eventuell Schulspeisung.

Wir denken an 150 bedürftige Grundschulkinder, denen wir helfen möchten. Die Kosten pro Kind für das gesamte Schuljahr (Schreibmaterial, Bücher, Schulkleidung,..) betragen  ca. 3000 syrische Lira (30- Euro). Dies ergibt Gesamtkosten von 4.500,00 Euro.

Diese Hilfe wird eine große Erleichterung für die Hilfsorganisation von Salamiyah und für die Eltern der Kinder sein, um ihre Verpflichtungen den unschuldigen Kindern gegenüber wahrnehmen zu können. Sie alle werden dafür dankbar sein.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Abir Mohamad

Der Vorstand der Jürgen Wahn Stiftung hat kurzfristig beschlossen, den Betrag in Höhe von 4.500 Euro zugunsten dieser Flüchtlingskinder zur Verfügung zu stellen. Das aus Syrien stammende Vorstandsmitglied Dr. Hassan Daoud hält die direkten Kontakte zu den Mitarbeitern in der Tagesstätte in Salamiyah: “Ich verbürge mich dafür, dass der gesamte Betrag ohne Abzüge  dieser dringend erforderlichen Hilfsmaßnahme zugute kommt.“

Spendenkonten: Jürgen Wahn Stiftung

  • Konto 222 02 bei Sparkasse Soest ( BLZ 414 500 75 )
  • Konto 222 202 900 bei Volksbank Helllweg ( 414 601 16 )

Sportartikel u.a. für das „Friedensturnier“

Trikots von Werder Bremen sind in Nepal angekommen

In diesen Tagen hat die Jürgen Wahn Stiftung wieder 5 große Pakete mit einem Gewicht knapp unter 20 Kilo mit Sportsachen in drei Projekte verschickt:

3 Pakete für die Jugendlichen in der Casita Amarilla an der Mülldeponie von Guatemala-City, 1 Paket für Kinder und Jugendliche in das Projekt ADECI in Mixco in Guatemala-City und ein Paket an den Devighat Youth Club in Nepal. Sie enthalten Fußball- und Turnschuhe, Fußbälle und insbesondere auch Trikots, Hosen und Stutzen von der deutschen Spitzenmannschaft Werder Bremen, die unser Mitglied und Werder-Fan Bernd Hamann besorgt hat.

Dass der Transport nicht immer so reibungslos verläuft, zeigt der nachfolgende Brief der Direktorin Eva Morales aus der Casita Amarilla. Es waren nur drei Pakete in Guatemala angekommen. Das  vierte schien spurlos verschwunden zu sein. Nachforschungen bei dem deutschen Paketversender ergaben, dass dieses Paket bei den guatemaltekischen Behörden gelandet war.

Wir bringen die spanische Mail vom 19.09.2012 mit deutscher Übersetzung:

Estimado Sr. Klaus:

Le agradezco mucho por la donación para los jóvenes ellos están muy contentos y motivados en ganar el campeonato de fútbol. Les mostramos los obsequios, cuando los vieron todos quisieron participar y por supuesto todos quieren ganar.

Ich danke Ihnen sehr für die Geschenke für die Jugendlichen. Sie sind sehr glücklich und motiviert, das Fußballturnier zu gewinnen. Wir haben ihnen die Geschenke gezeigt und als sie diese gesehen haben, wollten alle am Turnier teilnehmen und natürlich wollen alle gewinnen.

El día de ayer comenzaron los juegos para concluir el día viernes para celebrar el día internacional de la Paz, por ello lo llamamos el torneo por la paz; estamos promoviendo una cultura de paz y la resolución de conflictos de una forma pacífica.

Gestern haben die ersten Spiele begonnen und sie dauern bis Freitag. Dann feiern wir den Internationalen Friedenstag und deswegen nennen wir dieses Turnier auch das „Friedensturnier“. Wir fördern eine Kultur zum Frieden und die Lösung von Konflikten auf friedliche Weise.

Fabian nos esta apoyando con la organización de los partidos (realiza un excelente trabajo) lamentamos mucho que uno de los paquetes no lo hayan entregado, el día de hoy fuimos con Fabian a la oficina de correos para saber por qué motivo no lo entregaron pero las personas de la SAT nos informaron que no se podía hacer nada y aunque fuera donación solo hay dos formas de recibir el paquete: 1. pagando Q555.96  de impuesto. 2. tramitando una Franquicia (lo cual lleva demasiado tiempo y también dinero).

Fabian (Anm.: Ein Praktikant der JWS der z.Z. in Guatemala ist) unterstützt uns bei der Organisation der Spiele (er macht wirklich eine tolle Arbeit). Und wir bedauern sehr, dass uns ein Paket nicht übergeben wurde. Heute sind wir mit Fabian zur Post gefahren, um herauszufinden, warum das Paket nicht ausgeliefert wurde. Aber die Leute von der Zollbehörde haben uns informiert, dass man nichts machen könne. Und obwohl es eine Geschenksendung sei, gäbe es nur zwei Möglichkeiten um das Paket zu bekommen:

1. 555,96 Quetzales (ca. 53 Euro) zu bezahlen oder 2. eine Zollbefreiung zu erhalten (was viel Zeit und auch Geld kostet). 

 El día de mañana le estaré enviando la carta de CAFNIMA que solicita el club de fútbol y por supuesto estamos tomando fotografías para que puedan observar lo felices que están los jóvenes de participar en cada partido.

Morgen schicke ich den Dankbrief von CAFNIMA für den Verein Werder Bremen und natürlich machen wir Fotos, damit ihr seht, wie glücklich die Jugendlichen sind, bei jedem Spiel dabei sein zu können.

Qué el Señor derrame bendiciones sobre todo lo que emprenda.

Der Herr segne Euch bei allem, was ihr tut.

Atentamente, Beste Grüße

Eva Morales

Ein Gehwagen für Josué oder Hilfe kann manchmal ganz schön schwer sein …

(Bei Youtube ist ein Video der ersten Schritte von Josué zu sehen. Caroline Sasse hat einen deutschen Kommentar als Untertitel eingefügt. Wer unten in der Menüleiste auf CC geht, kann diesen mitlesen.)

Gerne schimpft man – ob nun zu Recht oder nicht – über die Mühlen der Bürokratie in Deutschland. Doch das ist nichts im Vergleich zu den Erfahrungen, die die Familie Sasse und die Jürgen Wahn-Stiftung  jetzt in Guatemala machten! Fast 2 Monate dauerte es, bis ein Gehwagen für den körperlich und geistig behinderten kleinen Josué aus den bürokratischen Fängen des Staates befreit werden konnte!

Josué und Carmen Barrios freuen sich über seine ersten Schritte (Foto: Jürgen Wahn Stiftung e.V.)

Anfang Mai wurde der Gehwagen vom Mediteam Bamberg, das die Transportkosten übernahm, auf den Weg gebracht. Ziel war die von der Soester Hilfsorganisation unterstützte Kindertagesstätte „La Carolingia“ in Guatemala-City. Dort warteten Josué, seine Mutter und die Leiterin Carmen Barrios sehnlichst auf das von der Familie Sasse gespendete Hilfsmittel.

Schon 10 Tage später erreichte es den Flughafen La Aurora in Guatemala. Der weitaus größte Teil der Reise war also schon vollbracht, als die eigentliche Odyssee erst begann, von der Caroline Sasse berichtet: „Statt des Gehwagens händigte man uns eine Rechnung über 900 € aus, die für Steuern und Zölle aufzubringen waren. Weitere Lager- und Verwaltungskosten in Höhe von 650 € sollten anfallen. Unglaublich, dass sich der Staat noch an einer Spende bereichern wollte!“

Natürlich wurde nicht gezahlt, sondern die steuerbefreite guatemaltekische Organisation SOSEP eingeschaltet, die der Schirmherrschaft der Präsidentengattin untersteht. Eine Schenkung war die Lösung, erläutert Carolin Sasse. „Der Gehwagen wurde also SOSEP vermacht, damit wir ihn steuerfrei aus dem Flughafen holen konnten. Dies musste per notariellem Gutachten beglaubigt und vom Finanzamt abgesegnet werden. Dann hieß es immer wieder…mañana (=morgen) kommt der Gehwagen heraus. Wir warteten viele mañanas, bis Carmen Barrios, die Leiterin der Kindertagesstätte ADECI, schließlich am 3. Juli, zwei Monate später, überglücklich das Riesenpaket in den Händen hielt! Bei einer offiziellen Übergabe wurde der Gehwagen dann wieder an ADECI zurückgeschenkt.“

„Wenn man sieht, wie Josué nun seine ersten Schritte tut, dann weiß man, dass sich hier der ungewöhnliche Einsatz gelohnt hat“, ist auch Klaus Schubert, Vorsitzender der Jürgen Wahn-Stiftung, überzeugt, das Richtige getan zu haben.  Er hat ein Video erhalten, das die Ankunft des Gehwagens und die ersten Schritte Josués in sein neues Leben und die Arme der zu Tränen gerührten Mutter dokumentiert.  „Der Fall zeigt, dass Hilfe bei weitem nicht immer leicht ist. Gott sei Dank sind aber Schwierigkeiten wie diese aber dann doch die Ausnahme“, weiß Schubert aus langer Erfahrung.

Die Stiftung wird die behinderten Kinder im Projekt weiter unterstützen und bittet um Spenden unter dem Stichwort „ADECI“ . Kontoverbindung: 222 02 bei Sparkasse Soest ( 414 500 75.)

Soester Abiturientinnen starten Malausstellung, um Kindern in Nepal zu helfen

Plakat zur Ausstellung

1. Future Art Ausstellung

Dank dem Engagement von Franca Brockmann ( Soest )  und Lena Dahlhoff ( Elfsen ) wird am 22. Mai 2012 um 18:00 Uhr im Kulturhaus „Alter Schlachthof“ in Soest die 1. Future Art Verkaufsausstellung eröffnet. Trotz ihrer derzeitigen Abitur-Vorbereitungen ist es den beiden jungen Frauen gelungen, zusammen mit einigen Freundinnen von der Hannah-Arendt-Gesamtschule, dem Aldegrever-Gymnasium und dem Conrad-von-Soest Gymnasium eine höchst interessante Ausstellung von 26 Kunstwerken zusammenzustellen. Auch die Kunstlehrer der drei Schulen haben dieses Projekt nachhaltig unterstützt.

Vom Verkaufserlös der Bilder gehen 20 % an die Jürgen Wahn Stiftung, die den Neubau einer Schule in Devighat/Nepal unterstützt. Bisher gehen die 120 Kinder in diesem kleinen nepalesischen Bergdorf in ein ganz vernachlässigtes Gebäude, das nach den heftigen und stundenlangen Monsunregen regelmäßig unter Wasser steht. Die Lernbedingungen sollen nachhaltig verbessert werden, damit die Jungen und Mädchen im Alter zwischen 6 und 16 Jahren akzeptable Voraussetzungen für eine bessere Zukunft erhalten.

Die Ausstellung dauert vom 22. Mai bis 25. Juni 2012 im Kulturhaus „Alter Schlachthof“.

Ulpan – Ausbildung der Gesundheitsberater

Projektbericht von Dr. Christian Aponte zur Ausbildung der Gesundheitsberater und zur Gesundheitssituation im Ulpán-Tal:

Hier die Zusammenfassung in deutscher Sprache:

„Vom 3. – 5. Mai haben wir die Ausbildung der zukünftigen Gesundheitsberater fortgesetzt. Nachdem der aus Kuba stammende Arzt eine weitere Ausbildung an der Universität in Guatemala-City begonnen hat, sind jetzt die Krankenschwester Phyllis Groff und der bereits an anderer Stelle ausgebildete Gesundheitsberater Julio Tzul  zuständig. Der große Vorteil ist, dass beide die Maya-Sprache der Q’eqchi’ sprechen und damit direkt mit den angehenden Gesundheitsberatern sprechen können. Die sind darüber sehr glücklich und erfahren eine besondere Motivation. Beide sind auf dem Foto Nr. …2102.  Der kubanische Arzt spricht Spanisch und benötigte immer einen Dolmetscher.

Phyllis hat auch zwei Bücher und Schautafeln mitgebracht, die von einer mennonitischen Stiftung für die Ausbildung von angehenden Gesundheitsberatern erstellt worden sind. Diese können sie bei ihrer zukünftigen Arbeit mit den Bevölkerung vor Ort als Anschauungsmaterial einsetzen. Diese mennonitische Stiftung wird in Zukunft auch preiswerte Medikamente zur Verfügung stellen, die bei der Arbeit im Ulpán-Tal eingesetzt werden können.

Anfang Mai ist übrigens mit tatkräftiger Unterstützung der angehenden Gesundheitsberater eine Untersuchung über die Ernährungslage der Kinder im Ulpán-Tal gemacht worden. Hierzu sind einige Fotos beigefügt.

Ergebnis der Untersuchung von 571 Kinder:

  • 357 Kinder ( = 63 % ) haben Wachstumsmängel
  • Kinder mit geringen Ernährungsdefiziten: 8
  • Kinder mit erheblichen Ernährungsmängeln: 5

Wir müssen also dringend bei der Ernährung der Kinder Hilfe leisten und ihnen entsprechende Mineralien zukommen lassen, damit sich ihr Immunsystem verbessert. Wir werden mit den angehenden Gesundheitsberatern gegen die Krankheitserreger bei den Kindern angehen  und die Mütter über eine entsprechende Gesundheitsvorsorge aufklären.“

Übersetzung: Klaus Schubert

Schulpatenschaft für Kinder in Sambia

Linda und Natalie vor Ort in Sambia

Nach ihrem Abitur 2007 absolvierten Linda Blienert aus Werl und Natalie Stiller aus Wickede ein freiwilliges soziales Praktikum in Kasama/ Sambia. Sie kümmerten sich um alleinerziehende Mütter und ihre Kinder und zeigten ihnen, wie sie mit wenigen Zutaten eine möglichst abwechslungsreiche Nahrung zubereiten können. Mit selbst gesammelten Spendengeldern konnten sie vielen Waisen- und verarmten Kindern Kleidung zur Verfügung stellen und grundlegende medizinische Hilfe leisten.

Bei ihrem zweiten Besuch im Sommer 2011 konnten sie sich von der Nachhaltigkeit ihrer bisherigen Hilfsleistungen überzeugen, aber sie stellten auch fest, dass  die Not noch viel größer geworden ist. Sie beschlossen, in Verbindung mit der Jürgen Wahn Stiftung das Projekt „Kindern Hoffnung schenken“ zu starten, um Kindern den  Besuch der Vorschule zu ermöglichen. Mehr hierzu unter

www.KindernHoffnungSchenken.de oder im Projektflyer

Hierfür suchen sie Paten und haben einen neuen Flyer hierzu erstellt. Helfen Sie Linda und Natalie bei ihrer lobenswerten Arbeit, die in enger Kooperation mit der Jürgen Wahn Stiftung erfolgt.

Teams der Allgäu Orient Rallye besuchen Projekt in Albanien

Auszug aus dem Rallye-Blog des Teams U-Turn:

… unsere Autos haben endlich Rallye-Patina!
In Albanien fuhren wir dann auf direktem Wege zum Kinderheim der Franziskaner Nonnen in Velipoje. Da dies nicht ausgeschildert war, fragten wir Einheimische nach dem Weg. Leider konnten uns diese den Weg mangels Sprachkenntnissen nicht erklären, waren aber so nett und fuhren kurzerhand vor uns her!
Im Kinderheim gab es dann Kaffee und Kuchen für uns. Zwei weitere Teams waren bereits dort und zwei weitere kamen noch während unseres Aufenthalts dazu. So verbrachten wir 1,5 Stunden am Kinderheim mit Geschenkübergabe, Kaffeetrinken und Erfahrungsaustausch mit den anderen Team. Die Kinder haben sich sehr gefreut und von Schwester Juditha gab es ein großes Dankeschön an alle Spender. Dieses Dankeschön geben wir hiermit an alle weiter die uns unterstützt haben!!! VIELEN DANK! …..

Weitere Besucherteams waren (vermutlich) Team 88 The Transporters, Team 58 Action Brew Crew, Team 39 CaBa-Racingteam …

Vielen Dank an alle „Albanien“-Teams für die Unterstützung in einem Projekt, das auch durch die Jürgen Wahn Stiftung unterstützt wird.

Jungen und Mädchen in Togo lernen den Umgang mit Computern

Fünf gebrauchte aber noch funktionstüchtige PCs überreichte das Marien-Gymnasium Werl im April 2012, als Partner einer weiterführenden Schule in Togo, der Jürgen Wahn Stiftung.

Überprüfung der Computer

Zunächst wurden die PCs mit einem französischen Betriebssystem und mit französischsprachigen Programmen versehen, denn in Togo verständigt man sich in dieser Sprache. Mit Aufklebern ließen sich auch die Tastaturen auf das französische System umstellen. Danach wurde eine große Kiste gezimmert, um die Geräte und das erforderliche Begleitmaterial am 27. April in einem Container der „Aktion PIT“ (München) nach Lomé, der Hauptstadt von Togo, zu schicken.

Die Versandkiste wird verschraubt

Nach mehrwöchiger Schiffsreise nehmen unseren Freunde Jacques und Erika M’Bata die Transportkiste in Empfang und bringen sie mit einem Lastwagen 450 km weit in den Norden Togos in den Ort Animadé. Hier werden die PCs in einem schon vorbereiteten Raum aufgestellt. Die noch fehlenden Bildschirme sollen in Togo mit Spendengeldern aus Soest angeschafft werden. Da die Stromversorgung in Togo recht unsicher ist, ist auch ein Gerät zur unterbrechungsfreien Stromversorgung zu installieren. Der Aufwand ist also enorm, doch das Ergebnis wird ihn rechtfertigen.

Marissouwa Kaka, eine junge Frau aus Animadé, beherrscht den Umgang mit Computern. Sie wird Informatikkurse einrichten und ihre Kenntnisse an Mädchen und Jungen dreier Schulen weitergeben. So machen die jungen Leute unter fachkundiger Leitung mit der Welt der Informationsverarbeitung Bekanntschaft. Sicherlich werden auch einige Erwachsene diese Möglichkeit nutzen, vor allem aber die Lehrer, die zurzeit selbst noch keine Kenntnisse in der Informationsverarbeitung am PC besitzen.

Wenn dann zukünftig auch das Internet für den Kontakt mit der weiten Welt bereitsteht, beginnt für die Menschen in Animadé und Umgebung das Informationszeitalter erst so richtig. Das bedeutet schließlich auch einen Vorteil für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jürgen Wahn Stiftung, denn so können Informationen zwischen den Kontaktpersonen in Animadé und der Stiftung viel schneller übertragen werden, als es jetzt möglich ist. Für das Patenschaftsprojekt und für die anderen Projekte vor Ort versprechen wir uns davon großen Nutzen.