Author Archives: Meinolf Schwefer

Allgäu Orient Rallye 07.05.2011 8. Tag

Der heutige 8 Tag der Allgäu Orient Rallye verlief nicht so gewollt. Ziel war es in Midyat ein Haus zu finden, dass sehr alt ist und dort auch jeder kennt. Dieses Haus sollte dann mit einem Teamfoto  dokumentiert werden. Von unserem Hotel liegt dieser Ort ca. 580 km entfernt. Beim Aufstehen mit einem tollen Blick auf die Landschaft in der Nähe von Ürgüp, zuckten wir in unserer Sommerkleidung zusammen. In der Höhe vom Kapadokien war die Temperatur bei gefühlten 5 Grad. Wir setzten uns in die Fahrzeuge und folgten der vorgegebenen Richtung. Unterwegs kam es zu zeitlichen Verzögerungen für die wir nichts konnten. Somit rückte das Tagesziel in unerreichbare Ferne. Auch der zweite Grund für die weite Reise, der Nemrut Gagi versank in der tiefen Wolkendecke, die in den Bergen bei ca. 1800 m lag und damit den Aussichtsberg in eine kalte Wolkensuppe verhüllte. Daher entschlossen wir uns auf halber Strecke kehrt zu machen und schon mal in Richtung Mersin zu fahren. Denn auch der Weg von Midyat nach Mersin sind noch einmal ca. 700 km. Unterwegs trafen wir Teams denen es ebenso erging und die auch das Tagesziel verlegten. Schade, denn wenn der Weg über Syrien gegangen wäre, wäre das alles super gewesen, auch bei schlechtem Wetter, und wir hätten
es durchgezogen.

Unterwegs fing es in den Bergen Anatoliens neben dem bekannten Regen auch noch an zu schneien, aber je mehr wir in Richtung Mittelmeer kamen, konnten wir nach und nach die warmen Jacken ausziehen. Ein 11 Euro Hotel wurde dank Özcan gefunden und wir schlafen einmal mehr in preiswerten 3-Bett-Zimmern. Am Sonntag haben wir dann nur noch ca. 300 km zu fahren und können vielleicht die Wäre des Südens genießen.

Gözlem, essen und dokumentieren – das war eine der heutigen Tagesaufgaben

Allgäu Orient Rallye 06.05.2011 7. Tag

Bevor ich über den heutigen Tag berichte, möchte ich das kleine Rätsel, dass ich in meinen Berichte eingebaut habe auflösen. Nein, ich habe Europa nicht neu geordnet. In meinem Bericht vom 3.5. sind wir um 16:00 Uhr natürlich nicht an der Rumänisch-Türkischen Grenze sondern an der Bulgarisch-Türkischen Grenze gewesen. Wer es nicht gemerkt hat,
der hat es einfach überlesen, oder er sollte mal seinen alten Dierke-Weltatlas
herausholen.

Heute haben sich alle Teams auf dem Hippodrom in Ankara eingetroffen. Dort gab es endlich den neuen Rallyeverlauf. Es geht nun bis in die Osttürkei und dann nach Mersi. Von dort fahren wir mit 3 Fährschiffen nach Zypern. Dort „müssen“ wir eine Inselrunde
fahren. Das will der Hauptsponsor, die Türkei und die türkisch-zyprische Regierung. Beide haben diese Überfahrt mit ca. 200.000 Euro unterstützt. Den Rest müssen die Rallyefahrer aus dem eigenen Geldbeutel hinzufügen. Danach geht es nach Haifa in Israel. Wie es dann weiter nach Jordanien geht, ist noch nicht ganz klar. Aber wir werden die Rallyeteam 12.5. termingerecht im Wadi Rum beenden. Soweit zum weiteren Verlauf.

Bevor es zum Le Mans Start ging, kam dann doch noch der türkische Europaminister und wir konnten ihm das Schreiben unseres Bürgermeisters Dr. Ruthemeyer und das Geschenk der Stadt Soest übergeben. Dieses musste in einem Foto festgehalten werden. Es ist ein Bestandteil der vielen Rallyeaufgaben die die Teams zu erfüllen haben. Danach
ging es dann endlich los. Der Europaminister gab den Startschuss, alle liefen
zu ihren Autos und los ging es mit einer Einführungsrunde um das Hippodrom.
Danach begaben sich alle in Richtung Kapadokien. Unsere Route führte an dem
großen Salzsee Tuz Gölü vorbei. Gegen Spätnachmittag erreichten wir Görime und
Ürgüp später, wo wir auch unser Nachtquartier in einem kleinen Hotel einnehmen.
Nach dem Abendessen kam dann noch Team 46 in unser Lokal und Özcan konnte gut
dolmetschen. Morgen geht’s über Nemrut Gagi zu  unserer nächsten Aufgabe: Ein sehr altes Haus in Midyat, dem östlichsten Punkt unserer Route, zu finden und zu fotografieren.

Allgäu Orient Rallye 05.05.2011 6. Tag

Heute hatten wir eine unspektakuläre Fahrt in die Landeshauptstadt Ankara. Mit uns gingen 2 weitere Teams auf die Fähre in den Orient. Immer wieder überholten sich weitere Teams auf der rund 450 km langen Fahrt durch Zentralanatolien. Die Fahrt war mal wieder zum größten Teil sehr nass. Dementsprechend sehen auch unsere Autos aus, obwohl der rote Mitsubishi und der blaue Benz bei einem Tankstop in einer mobilen
Waschanlage gereinigt wurden.

In Ankara mussten wir die Zitadelle aufsuchen, wo wir einen Tee trinken sollen und dieses durch ein Foto mit der Chefin des Hauses dokumentieren sollten. Die Chefin des Hauses hatte keine Zeit für Fotos mit den 111 Teams, gab aber jedem, der mindestens für 5 Lira Tee gekauft hatte, einen Stempel ins Roadbook. Anschließend fuhren wir in das Hippodrom in Ankara um dort die Autos zu parken und einen Minister zu treffen. Hier haben teilweise die Teams ihr Nachtlager aufgeschlagen. Der angekündigte Minister, dem wir einen Brief unseres Bürgermeisters überreichen
sollten kam aber nicht. So gingen wir um 20:00 zum Essen und dann zu unserem
einfachen, regelkonformen 11.11 Euro Hotel. Wir sind gespannt, was morgen um
8:00 beim Neustart für ein Weg nach Jordanien eingeschlagen wird. Inschallah,
schaun wir mal.

Allgäu Orient Rallye 04.05.2011 5. Tag

Wir sind in Istanbul, einer der angeblich schönsten Städte der Welt, aber… es regnet und regnet. Auf dem Weg zur Haiga Sophia, einer ehemaligen byzantinischen Kirche und einem heutigem Museum, die von 532 bis 537 erbaut wurde, wurden wir teilweise nass bis auf die Haut. Nur unsere zwei Weltenbummler waren outdoor-mäßig gut drauf. Nach der Besichtigung war der Weg zum Großen Basar nur noch mittelfeucht. Dort konnten wir den regen Treiben der Händler zusehen und uns bei türkischen Tea und einer Süßspeise abtrocknen und das Lied von Fenerbahce einüben. Gut dass wir Özcan dabei haben. Wir machten uns Spickzettel in Lautschrift und hatten die Musik auf unserem Handy aus dem Internet heruntergeladen. Gegen Mittag wurde es trocken und unsere Sachen trockneten ebenfalls bei rund 17 Grad. Wir gingen über die Gayata-Brücke und fuhren mit der ältesten U-Bahn der Welt, Tünel, nach Beyoglo. Durch das pulsierende Leben gingen wir zum Taximplatz. Ein kleiner türkischer Imbiss zwischendurch, und schon wurde es Zeit, um rechtzeitig wieder bei unseren Autos zu sein. Um 16:00 sollten der Neustart der Rallye in Form eines Le Mans-Starts von dem Haupteingang der Blauen Moschee erfolgen. Zuvor gab es vom OK-Chef Wilfried neueste Informationen zum weiteren Verlauf der Rallye. Es zeichnete sich eine Fahrt über Zypern entweder nach Israel oder nach Ägypten ab. Dieses soll bis zur Weiterfahrt aus Ankara geklärt sein. Nach der Startfreigabe ging es mit den Autos in den Istanbuler Verkehr zur Fähre. Wir hatten das Recht, über die sonst abgesperrten Straßenbahn-Spuren zu fahren. Für unseren Istanbul-Fan Thorsten ein kleiner Höhepunkt der bisherigen Rallye. Hupend fuhren alle auf die Fähren, die von der Stadt Istanbul für uns zur kostenlosen Fahrt freigegeben waren. Soweit zu den Kontakten der Rallyeorganisation. Nach der normalerweise einzig zulässigen Fährfahrt auf den asiatischen Teil der Stadt ging die Fahrt zu Stadion nach Fenerbahce. Natürlich war es Rushhour und es gab keine Parklätze. So mussten die Teams sich im Umfeld des Stadions Parkplätze suchen. Wir hatten

, mit Blick auf die Uhrzeit, es war gegen 18:30 als wir vor Ort waren, uns schon gedacht, dass wir nicht mehr Teamweise die Hymne von Fenerbahce singen konnten, denn um 19:00 sollte das Fußballspiel der Formel 1 Fahrer gegen Fenerbahce stattfinden. Hierzu sollten wir freien Eintritt haben. Hier aber zeigte sich einmal, dass auch Wilfried und sein Team im Orient nicht alles im Griff haben. Es gab keine Freikarten, keinen Fangesang und damit auch keine Übergabe des Wimpel von BVB an der Präsidenten von Fenerbahce. Özcan, eingefleischter Borussen Fan,  kann sich so auch wieder bei seinen Soester Freunden sehen lassen, dann die sind, sofern sie Türkischer Abstammung sind, keine Fans von Fenerbahce. So hat Özcan den Wimpel schnell für seinen Fundus konfisziert.

Zum Abendessen trafen wir uns mit einer türkischen Freundin von Thorsten und ließen bei einem Essen nach türkischer Art den verregneten Tag in Istanbul auf der asiatischen Seite ausklingen. Zurück ging es über die Brücke, von Ost nach West kostet die keine Maut, zurück zu unserem Hotel.

Allgäu Orient Rallye 03.05.2011

Kaffeepause bei einem freundlichen Griechen in Bulgarien kurz vor der Türkischen Grenze der auch noch Deutsch sprachEndlich IstanbulEndlich Istanbul

Nach der Übernachtung in einem sauberen und preiswerten Hotel in Vraca machten wir uns ohne Frühstück um 7:00 Ortszeit auf um unser Ziel Istanbul zu erreichen. Die Straßen in Rumänien waren in den Ortschaften teilweise sehr schlecht und auf den Überlandstrecken zumindest zum größten Teil ok. Da wir aber über einen Bergpass mit ganz schlechtem Straßenzustand mussten, verloren wir etwa eine Stunde. Wir hatten ca. 650 km vor uns und daher früh auf der Straße. Gegen 16:00 kamen wir an der Rumänisch-Türkischen Grenze an und holten uns ein paar Stempel in unsere Pässe. Eigentlich hatten wir jetzt nur noch rund 230 km vor uns, aber der Verkehr in Istanbul ist enorm. Für die letzten 20 km benötigten wir rund 1,5 Stunde. Die letzten km trafen wir immer wieder auf weitere Teams der Rallye, die alle zum Hippodrom vor der Blauen Moschee wollten. Dort ist nämlich das Fahrerlager. Das ist einmalig, dass auf diesem zentralen Platz Autos stehen dürfen. Wir sind aber zunächst zu unserem Hotel gefahren und haben das Gepäck abgeliefert. Zum Glück kennt Thorsten Istanbul wie seine Westentasche und führte uns doch enge Gassen mitten ins Herz der Stadt. Ohne Navi gelangten wir so auch auf das Hippodrom. Viele der Teams hatten dort schon ihren Parkplatz gefunden und die rd. 2500 km weite Fahrt von Oberstaufen bis nach Istanbul, als die erste Teiletappe der Rallye, beendet. Aufgaben gab es heute nicht zu erledigen, bis auf das obligatorische Foto beim Grenzübertritt. Morgen erwartet uns um 16:00 eine Fahrt in der Rushhour mit der Fähre von Europa nach Asien und dann zum Stadion von Fenerbahce um dort die Vereinshymne in Türkisch zu singen. Wir sind mal gespannt wie das klappt. Der Abend wurde beendet mit einem Essen auf der Galatabrücke, leider bei Regen.